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Montag, 15. Juni 2009 um 17:26 Uhr

Die Wahlen im Iran sind vorbei, doch die Iraner akzeptieren das Ergebnis nicht. Sie stehen auf, gehen trotz Drohungen der Regierung auf die Straße, wollen Demokratie.

Im Grunde war die Welt nicht wirklich überrascht über Ahmadinejads Ausrufung seines Wahlsiegs am Samstag. Auch, dass die iranische Regierung am folgenden Tag Internetseiten blockte, die SMS-Kommunikation lahmlegte und die Ausstrahlung der BBC Persian mit elektronischen Störfeuern unterbrach, ist nichts, was sonderlich erstaunt, aber was jetzt auf Teherans Straßen geschieht, hat etwas Revolutionäres.

Die Iraner wittern Wahlbetrug, protestieren für Demokratie. Iranische Twitterer berichten, viele Leute wären gezwungen worden, bei Ahmadinejads Ansprache am Sonntag anwesend zu sein. Trotz eines Verbots versammeln sich unzählige mutige Iraner jetzt auf den Straßen, lassen sich von den Drohungen der Regierung nicht einschüchtern. Ahmadinejads Versuch, die Demonstrationen herunterzureden, ist fehlgeschlagen.

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(Bild: http://twitpic.com/7gr73)

Am Wochenende waren es noch Straßenschlachten mit einigen Hundert oder Tausend Beteiligten, jetzt sind es Demonstrationen mit Rufen nach Gerechtigkeit und Demokratie – herausgeschrien von Hunderttausenden, die BBC spricht von ein bis zwei Millionen Menschen. Die Azadi-Street in Teheran ist voll von protestierenden Iranern. Zitat: "Militia still attacking people in sidestreets but main roads are peaceful marchers"

Sie halten Bilder von Mussawi in ihren Händen, rufen: "Mousavi! Mousavi! Take back my vote".

Die Proteste verlaufen nicht nur friedlich. Studenten werden nach Angaben von Twitterern von den Basjiis (eine inoffizielle religiöse Parapolizei) attackiert, auch schlagen und scheuchen die Basjiis offenbar die Leute in den Straßen. Eine Frau berichtet, die Basjiis setzen elektrische Schlagstöcke ein. Während ich diesen Text schreibe, fallen bereits Schüsse in Teheran.

Aber noch reicht ihre Kraft, um weiter zu demonstrieren. Noch haben sie sich nicht einschüchtern lassen. Mussawi soll gesagt haben: "these masses were not brought by bus or by threat. they were not brought for potatoes. they came themselves"

Keiner weiß, was diese Proteste auslösen werden, aber die Welt hat sie gesehen, und die Menschen, die dabei waren, werden sich erinnern, wie hell ihre Herzen in diesem Moment gebrannt haben.

Vielleicht hat das derzeitige Regime diese Wahl wirklich gewonnen, aber in den Köpfen vieler Menschen ist der Wunsch nach etwas anderem entbrannt: Sie wollen Gerechtigkeit und Freiheit.

 

IranElect

(Bild: http://twitpic.com/7grtql)

Update: Video Sky.News 15.06.09